Ev. Kirche im Rheinland - Ev. Kirche von Westfalen|(EKiR)                              (EKvW)

Aus aktuellem Anlass - Alles hat seine Zeit.

Die Verse aus dem Buch des Predigers sind mehr als 2000 Jahre alt.

Menschen haben zu allen Zeiten davon gelebt, dass sie über das, was konkret greifbar war, hinaus dachten, dass sie eine Ahnung von dem Mehr hatten, das über das sinnlich Wahrnehmbare und das rational Begreifbare hinausgeht. Sonst hätten Gemeinschaften wohl keine Kriege und Naturkatastrophen überstanden. Sie wären zugrunde gegangen.

Auch heute ist die Bedrückung, die vom Corona-Virus ausgeht, nicht das Einzige, was wahrnehmbar ist.

Ja, die Wirksamkeit des winzigkleinen Erregers zieht nahezu alle Aufmerksamkeit auf sich. Und ja, auch diese Wirksamkeit wird an ihre Grenzen stoßen, wenn die Wissenschaft und wir als Einzelne beharrlich bleiben.

Aber bereits jetzt stößt Corona mit seiner zerstörerischen Wucht an Grenzen:

Die eine Grenze heißt Solidarität. Die andere Grenze heißt Kreativität. Ob in konkreten Hilfsangeboten vor Ort oder in den sozialen Medien transportiert: die Fülle an wirklich lieben Angeboten, Ideen, Einfällen und Signalen zum Durchhalten ist überwältigend.

Ja, Corona hat seine Zeit. Diese Zeit gilt es für uns zu füllen – und da ist mehr Selbstfürsorge und Fürsorge für andere gefordert als in Nicht-Krisenzeiten.

Nehmen Sie sich die Zeit und lassen Sie sich nicht von der Krise übermannen – nehmen Sie sich „Zeit für Mehr“, vielleicht ein Viertelstündchen am Tag bewusst zur Ruhe kommen und guten Gedanken Raum geben. Wenn Sie zum Nichtstun genötigt sind: lassen Sie doch mal bewusst Ihre Seele arbeiten.

Im Präsidium Dortmund haben wir im vergangenen Monat das „ZeitfürMehrViertelstündchen“ eingeführt – probieren Sie es doch auch mal aus.

Mit zuversichtlichen Grüßen, Ihre Polizeiseelsorge in NRW